Wir leben in außergewöhnlichen Zeiten: Corona prägt weiterhin unseren Alltag – unser Leben. Unser Vereinsleben, wie wir es kennen und all die Jahre praktiziert haben, ist in weiten Teilen zum Erliegen gekommen. Traditionelle Veranstaltungen wie unsere legendären Kappensitzungen, den Familientag mit der Rothenbergschule, um nur einige zu nennen, fielen der Corona-Pandemie zum Opfer. Und dennoch dürfen wir nicht verzagen, dürfen den Glauben und die Hoffnung nicht verlieren. Um es mit den Worten von Adolph Kolping zu sagen: „Es ist keine Zeit zu feiern, zuzuschauen, gewähren zu lassen, bloß zu jammern und zu klagen, sondern es ist Zeit zu handeln, Zeit zu wirken, und zwar für jeden ohne Unterschied, wie es ihm nach der Maßgabe seiner Kräfte und Mittel nur möglich ist.“ Getreu diesem Grundsatz hat unsere Kolpingsfamilie im Juli dieses Jahres gehandelt. Entsetzt und fassungslos verbreiteten sich die Nachrichten von der schrecklichen Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel. Es war und ist unvorstellbar, was sich da in wenigen Stunden zusammengebraut und entladen hat und so viel Not und Leid brachte. Viele Tote sind zu beklagen. Unvorstellbares Leid ergießt sich innerhalb weniger Stunden auf die notleidenden Menschen in dieser Region. Die Bilder aus den Katastrophengebieten erinnern an Erdbeben- oder Kriegsgebiete und fordern zum spontanen Handeln auf. Schneller, sozialer, vielfach kompetenter und nachhaltiger als dies staatliche Organe könnten, reagieren Menschen im Ehrenamt auf vielfältige Herausforderungen. Sie leisten Hilfe bei Not und Unglücken, bündeln ihre Kräfte, um Familien, Kindern, Alten, Kranken zu helfen, organisieren Initiativen und Aktionen. Hier möchte ich ausdrücklich unsere Feuerwehrleute vor Ort erwähnen und ihnen danken, dass sie kurzerhand eine Kleider- und Sachspendenaktion ins Leben riefen und mit eigenen Fahrzeugen die große Menge an gespendeten Kleidern, Spielsachen, Lebensmitteln, Möbeln und technischen Geräten ins Ahrtal transportierten. Die Kolpingsfamilie hat diese Aktion mit Kleider- und Sachspenden unterstützt und einen Betrag von 1.000,00 € gespendet. All diese überwältigende Hilfsbereitschaft vermag jedoch das seelische Leid dieser Menschen nicht zu lindern. Hier bitten wir um die Fürsprache des Seligen Adolph Kolping. Arbeitseinsatz und Engagement waren im November gefragt, wo Vertreter der Kolpingsfamilie den Pfarrverwaltungsrat bei der Errichtung eines neuen Zauns zur Abgrenzung und Sicherheit des Außengeländes des Kindergartens auf dem Rotenberg zur katholischen Kirche tatkräftig unterstützten. Trotz erheblicher Einschränkungen und zeitweise erfolgten Lockerungen in der Corona-Zeit führten wir unsere Jahreshauptversammlung am 07. September in unserem Pfarrzentrum durch. Mit Marco Mayer als neuen Organisationsleiter und Jessica Colp als künftige Schriftführerin erklärten sich alle bisherigen Vorstandsmitglieder bereit, für eine weitere Legislaturperiode Verantwortung zu übernehmen.
Großes Aufatmen war angesagt bei unserem Dulles-Turnier am 22. Oktober, das wir endlich wieder zur Freude aller versierten Dulles-Spieler komplikationslos im Gasthaus „Schuhhannesse“ veranstalten konnten. Viel Freude konnten wir auch den Kindern mit ihren Eltern und Bekannten bei der Durchführung unseres St.-Martinumzuges am 12. November schenken. Nach einem Jahr der Abstinenz war es wieder möglich, bei idealer Witterung einen Umzug von der kath. Kirche über die Tholeyer Straße zum Außengelände der Rothenbergschule zu organisieren. Dabei durfte St. Martin auf seinem Pferd, die vielen Lampions, das große Martinsfeuer und die begehrte Martinsbrezel nicht fehlen. Ein Lichtblick und Hoffnungsschimmer in einer sehr tristen Zeit. Zur großen Freude aller mussten wir auf unsere Nikolaus-Aktion nicht verzichten. Am 05. Dezember besuchten unsere Nikoläuse in Begleitung des Knecht Ruprecht die Kinder in der Umgebung unter Einhaltung der aktuellen Corona-Bestimmungen. Eine Aktion, die immer wieder gerne gebucht wird. Herzlichen Dank an Birgit und Frank Schlicher, die die Anmeldungen entgegennahmen und die Besuchstermine vereinbarten. Der Erlös dieser Aktion fließt wie immer in karitative Projekte. Der Abschluss des alten Jahres ist mit unserem Kolpinggedenktag eng verbunden. Doch leider mussten wir diesen besonderen Tag aufgrund der verschärften Infektionsbestimmungen absagen. Dennoch wollen wir mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft blicken. In scheinbar ausweglosen Situationen, wenn man verzweifelt ist und meint, man kommt nicht weiter, kann das nachfolgende Gedicht eine echte Hilfestellung und ein Trost sein: Irgendwann schafft man es, aus der Talsohle wieder herauszukommen! Das “Lichtlein” kann dabei vieles sein – auch ein Mensch, der für uns da ist. „Immer wenn du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her, dass du es noch einmal wieder zwingst und von Sonnenschein und Freude singst. Leichter trägst des Alltags harte Last und wieder Kraft und Mut und Glauben hast“. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein besinnliches Weihnachtsfest und für das Jahr 2022 Gesundheit sowie Gottes Segen für ein harmonisches Miteinander. Treu Kolping Hans-Peter Hoffmann, Vorsitzender
Weihnachtspfarrbrief 2021 Kolpingsfamilie Dirmingen